Seit den 20er Jahren sind Farbvarianten bei der Kornnatter bekannt, und seitdem ist die Vielfalt immer mehr angewachsen.
Heute ist die Zahl der Varianten kaum überschaubar, und es ist nahezu für jeden Geschmack etwas dabei - noch ist kein Ende abzusehen, denn immer wieder werden weitere farbliche Mutationen entdeckt, und neue Kombinationen kommen dazu.
Die farbliche Entwicklung kann je nach Variante und Tier sehr unterschiedlich ausfallen.
Diese Entwicklung bei den eigenen Pfleglingen zu erleben / zu beobachten, gehört mit zur Faszination Kornnatter.
Varianten, die anfangs blass/kontrastarm sind:
So schlüpfen beispielsweise Amelanistic (ebenfalls die meisten Amel-Varianten, wie z.B. Snow und Opal) und Hypomelanistic (Hypo-Varianten) sehr hell und wenig kontrastreich, was sich aber im Laufe des ersten bis ins zweite Lebensjahr hinein noch ändert.
Sie entwickeln dann oftmals deutlich mehr Kontrast und Farbe (vorallem Rot, Gelb und Orange bei den genannten Varianten im Beispiel).
Hypo kann später Wildfarbe sehr ähneln, und nicht selten kann man sie rein optisch nur schwer oder garnicht voneinander unterscheiden, denn Hypo kann stark nachdunkeln.
Bei Amelanistic kann sich auch der Weißanteil noch stark verändern.
So wird von Anfang an eher transparent/durchscheinend wirkendes Weiß in der Regel zu einem leuchtenden Weiß, wohingegen von Beginn an deutliches Weiß noch zu einem grossen Anteil verschwinden kann.
Ein gutes Beispiel dafür bietet die Sunglow, die als Schlüpfling fast immer einen mehr oder weniger starken Weißanteil hat, diesen später aber verliert, und dann kein bis nur sehr minimales Weiß haben darf.
Varianten, die anfangs dunkel/kontraststark sind:
Hierzu gehört im Normalfall z.B. die Wildfarbe und auch Anerythristic Typ A (Anery), Zeichnungsvarianten Motley/Striped und vorallem auch die Bloodred (die meisten Diffused-Varianten).
Sie schlüpfen sehr dunkel und kontrastreich, und hellen dann auf, bzw. färben später deutlich um.
Viele Wildfarbene wirken anfangs fast schwarz/grau, weswegen man sie gerade in dieser Phase von Hypo sehr gut unterscheiden kann - nach mehreren Monaten dagegen gleichen sich viele Tiere dieser beiden Varianten sehr stark, und rein optisch kann man sie oft dann garnicht mehr ohne Kenntnis der Elterntiere unterscheiden.
Bei Anery schwindet vorallem der Kontrast drastisch, und von dem schwarz-weißen Schlüpfling zum adulten, eher grau-braunen, Tier besteht dann ein enormer Unterschied.
Bei ihr bildet sich zudem zusätzlich ab ca. dem 7.-10. Monat noch Gelb aus (auch bei anderen Anery-Varianten, wie z.B. Snow und Ghost der Fall). Der Gelbanteil kann allerdings stark variieren, und im Alter verblasst das Gelb dann wieder.
Auch die Bloodred verliert im besten Fall mit rasender Geschwindigkeit an Kontrast und entwickelt bei fast jeder Häutung mehr Rot - bis sie irgendwann dann nahezu einfarbig Rot ist (sein sollte).
Die Bloodred kann sich noch bis zum ca. 5. Lebensjahr optisch verändern, und bildet damit auch eine Ausnahme zu den anderen Varianten, die normalerweise im zweiten Jahr fertig ausgefärbt sind.
Varianten, die sich nur wenig verändern:
Dazu gehört vorallem die Blizzard.
Sie ist anfangs eher rosa (durchscheinendes Weiß) und kann auch eine leichte Sattelfleckenzeichnung aufweisen, wird dann aber recht schnell blendend weiß.
Es gibt allerdings auch Blizzards, die einen mehr oder weniger starken Gelbanteil aufweisen.
Dieser kann von sehr gering (nur an den Wangen/am Hals) bis sehr stark (gelb umrandete Sattelflecken) variieren. Wahrscheinlich ist dies durch den Einfluß von Anerythristic bedingt, denn offenbar sind viele Blizzards nicht nur homozygot Charcoal+Amel, sondern zudem auch hom. Anery.
Eine bestimmte Linie der Anerys gehört auch eher in diese Kategorie.
So behalten diese Tiere ihren starken Kontrast auch als Adultis, und entwickeln nur minimal oder garkein Gelb. Allerdings ist hier noch nicht sicher, wodurch diese ungewöhnliche Färbung bedingt ist, und ob diese Tiere überhaupt reine
Pantherophis guttatus sind, denn normal ist diese Entwicklung bei Anerys eigentlich nicht.
Leider werden diese Tiere nicht selten als Charcoal angeboten, was sie natürlich nicht sind.
Wie stark sich ein Schlüpfling noch verändert, und wie schnell dies passiert, hängt vom jeweiligen Tier und auch dessen Abstammung ab. Füttert man wenig, wächst das Tier auch langsamer, und entsprechend zieht sich auch die farbliche Entwicklung hinaus - grundsätzlich ändert das aber am Endergebnis nichts.
Bei Bloodred/Diffused-Varianten und anderen Auswahlzuchten kommt es zudem auch auf die Elterntiere/den Grad der Auswahlzucht an. So gibt es auch Bloodreds, die dem Bild einer Bloodred kaum entsprechen, und noch relativ viel Kontrast aufweisen, zudem eher blass orange-braun wirken.
Der Grund für die Farbvielfalt ist in der Lederhaut der Schlangen zu finden.
Hier gibt es das Pigment
Melanin, welches für braune und schwarze Färbung verantwortlich ist.
Amelanistischen Varianten (lat. A= kein) weisen einen Melaninverlust auf, welcher sich durch nahezu farblose Augen (durchscheinende Adern lassen sie rot erscheinen), und völliges Fehlen von Braun und Schwarz in der Färbung zeigt.
Hypomelanistische Varianten (Hypo= verringert/vermindert) haben einen verminderten Melaninanteil, was sich oftmals durch leuchtendere, klarere Farben zeigt.
Melanistische Varianten (nahezu einfarbig schwarz) fehlen bei den Kornnattern bisher, ebenso wie
Leuzisten und echte
Albinos, welche reinweiß sein sollten.
Die (halb)kristalline Substanz
Guanin reflektiert / bricht das Licht, und sorgt durch Kombination mit Melanin für eine blaue Farbgebung, welche in weiterer Verbindung mit den Lipohoren (Gelb) zu Grün wird.
Wirkliches Blau oder Grün kommt bei Kornnattern nicht vor, lediglich ein grünlicher Schimmer kann z.B. bei manchen
Snows beobachtet werden, je nach Stärke des Lichteinfalls. Dieser ist wohl durch minimale Melaninreste bedingt.
Pewter und
Charcoal weisen z.B. oftmals einen schönen Blauschimmer am Kopf auf, welcher durch das Guanin bedingt ist - da das Gelb bei diesen Varianten i.d.R. fehlt, bleibt das Blau unverdünnt.
Lipophoren bilden das Gelb, und
Allophoren das Rot.
Diese beiden ergeben zusammen mit Melanin verschiedene Brauntöne.
Varianten mit erhöhtem Gelbanteil werden auch als
Hyperxantisch (Hyper= erhöht/vermehrt), bzw.
Xantisch, bezeichnet; hierzu zählen z.B. die Butter oder auch Caramel.
Fehlendes Gelb wird als
Axantisch bezeichnet; Charoal und Lavender gehören dazu.
Solche mit erhöhtem Rotanteil gehören zu den
hypererythristischen, bzw.
erythristischen, Varianten - die Bloodred zählt dazu.
Fehlendes Rot wird als
Anerythristisch bezeichnet; in diese Kategorie fallen mehrere Varianten, wie z.B. Anery, Charcoal und Lavender.